Regel 4: Ausrüstung der Spieler
Von: "Meike von der Kammer"
30.09.2006
Hallo Herr Peters, hallo Herr Bockelmann,
nachdem wir nun mehrfach bei Spielen in der Kreisliga Celle/SFA (Frauen)
aufgefordert wurden, Haargummis und Stirnbänder vor dem Spiel abzulegen,
möchte ich mich nun erkundigen, ob dies regelgerecht und zwingend notwendig
ist.
Ich habe gerade die Regeln des DFB / der FIFA diesbezüglich durchgelesen.
Es wird immer auf die Verletzungsgefahr hingewiesen - jedoch ist es bei
Frauen mit mittellangen oder langen Haaren eindeutig gefährlicher, ohne
Haargummi/Stirnbänder zu spielen, da die Sicht sehr eingeschränkt ist.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, wie mann durch ein Stoff-Stirnband jemanden verletzen soll!
In anderen Verbänden (z.B. Hamburg) ist diese überzogene Auslegung der
Regel übrigens nicht bekannt - die Frauen spielen weiterhin mit
Stirnbändern.
Ich hoffe, dass wir in Zukunft keine Probleme mehr damit haben werden. Ich
kann mir nicht vorstellen, dass bei der Anweisung der Schiedsrichter auch
der Frauenspielbetrieb berücksichtigt wurde, da eine solche Regel bei uns
eindeutig kontraproduktiv ist!
Bitte äußern Sie sich möglichst bald dazu.
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Mit freundlichen Grüßen
Meike von der Kammer
Antwort vom Lehrwart:
Hallo Frau von der Kammer!
Ich habe die Mail mit der Regelanfrage bezüglich der DFB-Regelauslegung
für die Regel 4 -Ausrüstung der Spieler- ("Schmuck") von Manfred Peters
weiter geleitet bekommen.
Ich möchte als Schiedsrichterlehrwart des Landkreises SFA auf die
Regelfrage antworten:
Es sieht so aus, als ob dort einige Schiedsrichter im Kreis SFA und Celle
etwas falsch gemacht haben. Der DFB hatte mit der Saison 2005/2006 die
Regel 4 in Sachen Ausrüstung ("Schmuck") geändert. Damit sollte es mehr
Sicherheit bei den Spielern/Spielerinnen geben. Da es doch in den letzten Jahren vermehrt zu Verletzungen wegen Schmuck gekommen war. Zum Beispiel hat auch ein Spieler seinen Finger verloren wegen eines Ringes (Befestigung der Tornetze am Tor).
Nun zu der Sachlage:
Der DFB möchte bzw. schreibt vor, dass jegliche Art von "sichtbarem"
Schmuck abgenommen wird.
Unter Schmuck versteht man Ketten, Ringe (auch Eheringe!!!), Ohrringe, Handkettchen, Gummi-Bänder um die Hand etc.!
Erlaubt sind aber weiterhin Schweißbänder und Haargummis. Bei Schweißbändern darf aber kein Schmuck unter den Scheißbändern vorhanden sein!!!
Dies darf und sollte der Schiedsrichter kontrolieren!!!
Nur bei Verletzungen (Verband oder Pflaster) darf ein Schiedsrichter nicht unter der Verletzungsabdeckung drunter schauen. Dies würde auch zu weit gehen.
Erlaubt sind auch keine Haarspangen (Verletzung fürs Auge des Gegenspielers/der Gegenspielerin beim Kopfball)!!!!! "Sichtbarer Schmuck darf auch nicht abgetapt werden!!!"
Die Schiedsrichter sind angewiesen, vor dem Spiel eine Pass- und
Schmuckkontrolle durchzuführen. Die Spieler werden durch den Schiedsrichter aufgefordert jegliche Art von Schmuck (außer Schweißbänder
und Gummiband im Haar) abzunehmen.
Diese Regel gilt für alle und wird „konsequent" durchgeführt!!! Für Herren, Damen, Mädchen, Jugend, Senioren etc.!
Wenn ein Spieler oder eine Spielerin sich weigert den Schmuck abzunehmen,
wird der Schiedsrichter ihn/sie nicht spielen lassen. Das Recht dazu hat
der Schiedsrichter. Da gibt es auch keine Chance auf Einspruch.
Wenn der Schiedsrichter vor dem Spiel eine Kontrolle durchgeführt hat
oder daraufhin gewiesen hat, den Schmuck abzunehmen und ein Spieler oder eine Spielerin während des laufenden Spieles mit "sichtbarem" Schmuck erwischt wird, wartet der Schiedsrichter bis zur nächsten Spielunterbrechung,
verwarnt den Spieler/die Spielerin mit der Gelben Karte und schickt den
Spieler/die Spielerin vom Spielfeld um den Schmuck abzunehmen. Der Spieler/die Spielerin muss sich, nachdem sie/er den Schmuck abgenommen hat, wieder beim Schiedsrichter anmelden um das Spielfeld betreten zu dürfen!!! Wichtig!!!
Bitte so weiter geben!!! Ansonsten droht bei betreten des Spielfeldes ohne
Anmeldung die Gelb/Rote Karte. Und das nur wegen eines Schmuckstückes. Das wäre hart, aber ist Regelkonform und wäre auch kein Regelverstoß.
Das gleiche gilt auch, wenn der Schiedsrichter den Spieler/die Spielerin
auffordert den Platz zu verlassen um den Schmuck abzunehmen, der Spieler/die Spielerin das Spielfeld verlässt und sich auch wieder korrekt anmeldet, aber den Schmuck nicht abgenommen hat, dann ist es eine Unsportlichkeit und der Schiedsrichter zeigt dem Spieler/der Spielerin die Geld/Rote Karte.
Ein schönes Beispiel gibt es noch: Wenn der Schiedsrichter einen Spieler
auffordert, den "sichtbaren" Schmuck abzunehmen und der Spieler dies auch
tun, dann aber nach einem Torerfolg das Trikot auszieht und der Schmuck
(z.B. Brustpiercing) dann sichtbar wird, wird der Spieler nur verwarnt wegen
des Trikot ausziehens. Aber nicht wegen des (dann) sichtbaren Schmucks.
Ja, die Regelauslegung mit dem Schmuck ist (im wahrsten Sinne des
Wortes) eine haarige Angelegenheit. Die Schiedsrichter werden beim nächsten
Lehrabend (Anfang Oktober) auch "nochmals" von mir gebrieft werden, wie die
Schmuckauslegung "einheitlich" gehandhabt werden soll.
Ich hoffe die Frage ist hiermit ausführlich beantwortet wurden!???
Falls noch Regelfragen bestehen, einfach nochmals bei mir melden. Ich
biete Fussballmannschaften/bzw. Vereinen auch einen kostenlosen Regelabend an.
Bisher haben dieses Angebot "nur" der TuSV Stellichte und der SV Hodenhagen
wahrgenommen. Nur geringe Fahrtkosten würden anfallen. Bei Wunsch einfach
Termin mit mir absprechen.
Ich wünsche ein schönes Wochenende
und ein "faires" Spiel am Wochenende...
Freundliche und sportliche Grüße aus Walsrode
sendet der KSL SFA
David Guttmann
Regel 4: Ausrüstung der Spieler (Trikots)
Von Walter Rieser
01.04.2009
Hallo David,
ich war einer der Teilnehmer des letzten Fachübungsleiterlehrgangs. Jetzt habe ich eine Frage an Dich, für die ich nirgends eine konkrete Antwort finde.
Wir spielten als Gastmannschaft mit unseren E1-Junioren bei einer Mannschaft, die ähnliche Trikotfarben trägt. Da ich irgendwie verinnerlicht habe, dass die "Heimmannschaft" bei Bedarf die Trikots wechselt bzw. Markierungshemden trägt, hatte ich keine Leibchen dabei. Natürlich sagte ich auch, dass das nach meiner Auffassung Verpflichtung der Heimmannschaft ist.
Mir ist allerdings auch bekannt, dass dies im Profibereich anders gehandhabt wird. Die Trainerin der Heimmannschaft kannte ihrerseits die Version "die Gastmannschaft trägt die Leibchen". Einigermaßen plausibel begründete sie das damit, dass damit der Heimmannschaft die Möglichkeit gegeben werden soll, mit ihrer Trikotbeflockung vor heimischem Publikum zu werben.
Mir geht es jetzt nicht darum, irgendeinen Ärger zu erzeugen. Welche Regelung auch immer existiert: gibt es für uns keine Diskussionen. Aber "welche Regel" existiert hier - bzw. "wo" ist dies für den Amateurspielbetrieb geregelt? Ein Hinweis findet sich in den Durchführungsbestimmungen für die Hallen- (!) spielrunden 2008 / 2009 in Punkt 15. Aber gilt dies unverändert auch unter anderen Bedingungen?
Es wäre nett, wenn Du mir - in aller gebotenen Kürze - den notwendigen Hinweis gibst.
Viele Grüße
Walter Rieser
TV Jahn Schneverdingen
Antwort vom Lehrwart:
Hallo Walter,
ich freue mich immer über knifflige Fragen zu Spieldurchführungen. Danke, dass du dich an mich gewendet hast.
Die Trainerin der Heimmannschaft hatte Recht. Das was du noch im Hinterkopf hast mit "dem Trikottausch bzw. Tragen von Leibchen" war damals auch so. Dies war zu damaliger Zeit auch richtig. Dies wurde aber vor ein paar Jahren von Seiten des NFV's geändert.
Du hast auch Recht indem du sagst, dass nichts in der Jugend- oder Herrenausschreibung des Kreises SFA darüber steht. Aber die Hierachie sieht folgendes vor. Der DFB gibt Regeln und Anweisungen heraus. Die Landesverbände, bei uns der NFV, kann zusätzliche Anweisungen heraus geben. Der Kreis SFA kann auch dann weitere Anweisungen heraus geben. Also wenn im Kreis SFA keine Anweisung bezüglich der Trikotfarben heraus gegeben wird (in diesem Fall ist das so), so zählt die nächst höhere Anweisung. In diesem Fall ist das die Spielordung des NFV.
Und dort steht in §21 (Spielkleidung) Abs. (2) geschrieben: Ist die Spielkleidung zweier Mannschaften gleich oder ähnlich, so muss die anreisende Mannschaft für unterschiedliche Spielkleidung Sorge tragen. Auf Kreisebene "kann" in den Ausschreibungen eine abweichende Regelung getroffen werden. Findet das Spiel auf einem neutralen Platz statt, so bestimmt die spielleitende Stelle, welche Mannschaft die gemeldete Spielkleidung zu wechseln hat.
Somit ist es klar geregelt, da es in unseren Ausschreibungen (Senioren und Jugend) zur Spielkleidung keine andere Anweisung zur Anweisung des NFV gibt (was ich persönlich auch gut finde). Somit ist die NFV-Anweisung zum Thema Spielkleidung bindend!!!
Ich hoffe ich konnte dir damit helfen !?!?!?
Falls du noch Fragen dazu hast, dann kannst du dich immer bei mir melden.
Schöne Grüße aus Walsrode
sendet der Kreisschiedsrichterlehrwart
David Guttmann
